Mit Prof. Dr. Simone Scheithauer ist seit diesem Jahr eine UMG-Wissenschaftlerin im Expert*innenrat „Gesundheit und Resilienz“ der Bundesregierung vertreten, welcher sich mit der Frage beschäftigt, wie Gesundheitswesen und Gesellschaft künftigen Gesundheitskrisen bestmöglich begegnen können. Zu diesem Anlass wollen wir ein paar Fragen beantworten (von Valentin Kloss):

Wer ist Simone Scheithauer?

In erster Linie ist Simone Scheithauer als Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin, Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und als Infektiologin an der UMG für die Leitung des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektiologie (IK&I) verantwortlich. Daneben arbeitet sie außerdem als berufenes Mitglied in der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) und gehört dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie an. Außerhalb der fachlichen Titel ist Simone Scheithauer ein Mensch der gern mit dem Fahrrad fährt, sportlich aktiv ist und auch Zeit mit dem Studieren von philosophischen und künstlerischen Werken verbringt.

Was macht Hygieneforschung aus und warum ist sie so wichtig?

Hygiene ist historisch gesehen Gesundheitslehre und Gesundheitspflege. Aktuelle Hygieneforschung beschäftigt sich daher mit der Erhaltung und Förderung von Gesundheit und Prävention mit Blick auf Infektionskrankheiten.

Wie essentiell Hygiene ist, zeigt sich, wenn man betrachtet, dass zusammengenommen durch Bakterien bedingte Infektionen an Stelle 3 der Todesursachen in Deutschland stehen. Gerade in Krankenhäusern stellen die nosokomialen, als mit medizinischen Maßnahmen assoziierten, Infektionen eine Herausforderung dar. Ca. 25-50% dieser Fälle sind vermeidbar und genau dieses Potenzial erforscht Simone Scheithauer mit ihrem Team an der UMG. Insbesondere während der Coronapandemie wurde deutlich, wie wichtig eine zielführende Infektionsprävention und -beherrschung nicht nur aber auch innerhalb von Krankenhäusern ist.

„Die Coronapandemie ist vorbei, aber sie hat uns gezeigt, dass wir unser Gesundheitssystem resistenter gestalten müssen. Insbesondere vor dem Hintergrund des steten demografischen und klimatischen Wandels und der Vielzahl möglicher und wahrscheinlicher Krisen.“ - Simone Scheithauer

Um die Stärkung einer systemischen Resilienz voranzutreiben, soll dieser Aspekt nun auch verstärkt auf bundesweiter Ebene betrachtet werden. Als eine der führenden Hygieneforscherinnen Deutschlands nimmt nun auch Simone Scheithauer im Expert*innenrat „Gesundheit und Resilienz“ der Bundesregierung eine wichtige Rolle dabei ein.

Wie arbeitet der Expert*innenrat der Bundesregierung und was denkt Simone Scheithauer darüber?

Der Expert*innenrat „Gesundheit und Resilienz“ besteht aus einem multiperspektivischen Team, welches durch engen wissenschaftlichen Austausch versucht, innerhalb seines Fachgebiets, Empfehlungen an die Politik zu formulieren. Er ist das Nachfolgegremium des Corona-Expert*innenrats. Die Mitglieder des Expert*innenrats arbeiten ehrenamtlich und unabhängig. Dem Gremium gehören Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Fachrichtungen an. Dazu gehören unter anderem Public Health, Epidemiologie, Ethik, Medizin, Informatik, Statistik, Modellierung, Pflegewissenschaft, Psychologie, Sozialwissenschaften und Virologie.

„Ich sehe darin ein zentrales Element von Resilienz. Eine bessere Vernetzung trägt dazu bei, stabilere Systeme vorzuschlagen und zu etablieren, eine schnellere Reaktionsfähigkeit zu gewährleisten und besser abgewogene Entscheidungen zu treffen. Ich begrüße diesen Ansatz sehr und hoffe, dass ich einen kleinen Beitrag dazu leisten kann – auch für die UMG.“ - Simone Scheithauer

 © Bild/Text - Valentin Kloss

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